Will you be my Valentine?
Blumen!? Überall Blumen!

14. Februar. Richtig, es ist Valentinstag! Sie glauben, Sie wissen hierzu schon alles, was es Wissenswertes gibt? Dass Sie dabei sowohl einen Todestag als auch einen Geburtstag feiern, wussten Sie bisher sicher nicht.

Kaum ein Tag hat einen so starken Bedeutungswandel zu verzeichnen wie der Valentinstag.
Tatsächlich galt der 14. Februar im christlich geprägten Mittelalter und noch bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts als Unglückstag. Es soll der Geburtstag des Verräters Judas sein. Laut gängigem Aberglauben in Norddeutschland, Böhmen und Schlesien sollten Kinder, die an diesem Datum geboren wurden, nicht alt werden, Kälber durften nicht zur Zucht eingesetzt werden und generell sollte kein Tier arbeiten, damit es sich nicht verletzt, stirbt oder schlechte Ware, wie faule Eier, produziert.

 

Der christliche Ursprung: Der Heilige der Zärtlichkeit

Das ist die bekannte Story: Der Namenspatron, Bischof Valentin von Terni, wurde an diesem Tag im Jahr 268 oder 269 hingerichtet, da er christliche Trauungen gegen den staatlichen Willen Roms vollzogen haben soll. Das Blumenschenken an Verliebte soll auch auf ihn zurückgehen. Viele Jahre später sprach man ihn heilig und wie in der katholischen Kirche üblich, wurde der Todestag des Märtyrers zum Namens- und Gedenktag.

 

Der heidnische Hintergrund: Die Zeit der „kollernden“ Rufe

In England und Frankreich war und ist der Glaube verbreitet, dass mit dem heutigen Datum die Paarungszeit der Vögel beginnt. Der mittelenglische Dichter Chaucer verbindet als einer der Ersten in „Parliament of Foules“ (Parlament der Vögel“) Frühlingsgefühle und den Valentinstag als besonderen Tag für Verliebte: „For this was sent on Seynt Valentyne’s day, whan every foul cometh ther to choose his mate.“

Mit dem 14.2. verbindet man zusätzlich die römische Schutzgöttin der Ehe und Familie, Juno. Sie soll mittels Liebesorakel Frauen in der Partnerwahl beraten haben. Auch hier gibt es eine Verbindung zu Blumen, denn ihr wurden Blumenopfer erbracht.

 

Und heute? Die Kitsch-Kommerzialisierung –Love is in the Air

Erst ab dem 20. Jahrhundert wurde der Valentinstag hierzulande zu dem kitschigen Feiertag, wie wir ihn heute kennen und lieben (oder auch nicht).
Der Brauch kam mit englischen Auswanderern in die USA und über die US-Soldaten nach dem 2. Weltkrieg nach Deutschland.
Wie die meisten anderen Feiertage wird auch der Valentinstag allgemein zum Anlass genommen, besondere Marketingkampagnen zu spielen, um die eigenen Produkte den Kunden näher zu bringen. Tradition vermischt sich mit Verkaufssteigerung. Und obwohl man denken könnte, dass viele Deutschen dem Valentinstag gegenüber eher negativ eingestellt sind, lohnt sich das Valentinstagsgeschäft für Unternehmen. Im Zeitraum von 2017 bis 2020 stiegen die Ausgaben für den Valentinstag nach einer Studie von Mastercard um ganze 24 %.
Besonders Blumen, Süßigkeiten, und Kosmetik erleben im Februar einen Boom. Diese werden, zusammen mit Restaurant-Besuchen, von den Deutschen am liebsten verschenkt – übrigens genauso gerne, wie am Muttertag.

Die verschiedensten Unternehmen nehmen sich den Valentinstag für kreative Kampagnen zum Anlass – auch aus ganz anderen Branchen. Kennen Sie zum Beispiel schon den humorvollen Schlager-Werbespot „Was kostet Amore?“ von Lidl oder die nicht ganz jugendfreien Werbungen von Aldi oder Sixt?
Neben Provokation gibt’s natürlich auch ganz klassische süße und emotionale Kampagnen, wie die von Samsung (Achtung an alle Spinnenphobiker!).

 

Wie halten Sie es denn mit dem Valentinstag? Freuen Sie sich über die Gelegenheit, geliebte Menschen zu beschenken? Oder haben Sie überhaupt keine Lust auf rosarote Werbeüberflutung?